Turnierbericht 9. Riedopen in Einhausen

Im schönen Monat Mai begab sich die halbe Belegschaft des am 13.04.2014 neu gegründeten Schachvereins Matt Inn Dortmund (Mara, Christoph, Martin und ich) auf den Weg nach Südhessen in die kleine Stadt Einhausen, um am 9. Riedopen teilzunehmen, welches vom 01. bis zum 04.Mai 2014 stattfand.

Das Riedopen wird von den drei Schachvereinen SC Lorsch, SK Einhausen und SV Biblis ausgerichtet.

Zwar besagt ein Sprichwort, dass viele Köche den Brei verderben, dies gilt aber definitiv nicht in diesem Fall ! Denn das Riedopen ist aus meiner Sicht ein erstklassig organisiertes Open. Wir wollen daher auf jeden Fall im nächsten Jahr auch am 10. Riedopen teilnehmen.

Das Spiellokal befindet sich im Bürgerhaus der Stadt Einhausen in der Friedensstraße 3 und es bot beste Bedingungen für den schachlichen Wettstreit.

Auf ging es also zur ersten Runde, zu welcher sich auch unsere Vereinsmitglieder Mara Jelica und Christoph Michalek einfanden. Für Christoph und mich war die Auslosung der ersten Runde eine Überraschung, denn immerhin waren wir fast 300 Kilometer gefahren, um gegeneinander zu spielen. leider waren wir noch nicht unter dem neuen Vereinsnamen Matt Inn Dortmund an den Start gegangen.

Überraschenderweise endete das Spiel Remis (siehe Endstellung):

In der Nacht vom ersten auf den zweiten Tag sollte es eine weitere lustige Überraschung geben, denn ich wurde gegen meine neue und alte Vereinskollegin ausgelost. Dies darf nach den Statuten des Riedopens in den ersten 3 Runden eigentlich nicht sein, aber Mara hatte “Freier Sportverein” geschrieben, während ich lediglich “FS” schrieb. Ein kurzer Anruf löste das Problem in Wohlgefallen auf. Es musste also keine Matt Inn Vereinsmeisterschaft gespielt werden, sondern Mara wurde einfach gegen Thorsten ausgelost.

Dieser kämpfte, aber letztlich auf verlorenem Posten. Ich bekam es dagegen mit einem “etwas schwächeren Gegner” zu tun, stand aber schon nach der Eröffnung objektiv auf Verlust, nachdem ich sang- und klanglos einen Bauern in der Eröffnung einstellte. Daher war ich mit dem Remis durch Dauerschach in der folgenden Diagrammstellung auch zufrieden:

Stattdessen konnte Weiß hier mit 38. Df6 + Kg8 39. Th3 !! den Gewinn einleiten, was ich aber erst bei der nachträglichen Analyse schockiert bemerkte.

Nicht lange drüber nachdenken, das Unfassbare zur Kenntnis nehmen und es in der nächsten Runde besser machen – dies beschreibt meine Gefühlslage am besten.

Hier erreichte ich mit Schwarz in Runde 3 gegen einen starken Gegner ( 2100 DWZ) folgende Stellung mit Remisangebot von Weiß:

Sicher stand ich hier besser und kann relativ gefahrlos auf Gewinn spielen, weil der Bauer auf d5 zwingend weg ist. Doch die Stellung bleibt unübersichtlich und nach der Erfahrung der vorherigen Runde nahm ich das Remis dann doch letzten Endes gerne mit.

In Runde 4 stand ich dagegen in der Partie immer leicht schlechter ( siehe Diagramm) …

… doch 45. Sd4 : ?? musste es nun wirklich nicht sein. Nach 76 Zügen musste ich meinem Gegner zu seinem Sieg gratulieren.

Runde 5 verlief genau umgekehrt, denn hier stellte mein Gegner gleich in der Eröffnungsphase einen Bauern ein und erlaubte mir, meinen Stellungs- und Materialvorteil nach 47 Zügen sicher zu verwandeln.

Stellung nach 22. .. Taf8

Mein Gegner in Runde 6 gab nach 25. dc6: zurecht auf, denn die schwarze Stellung bietet keine wirklichen Perspektiven mehr:

Obwohl mit hohen Zielen in die letzte Runde gegangen, nahm ich hier nach 18. … Sd4: das erneute Remisangebot meines Gegner an, da ich mich in dieser Stellung nicht mehr sicher fühlte:

Hier hätte ich nun mit 19. Sd4: Le2: 20. Ld5: + Kh8 21. Se2: die Dame für drei Figuren geben müssen, was ich aber nicht einschätzen konnte und daher lieber den Spatz in der Hand statt die Taube auf dem Dach nahm.

Insgesamt war dies für mich menschlich wie schachlich ein sehr, sehr schönes Turnier, welches ich nicht missen möchte.

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Martin Schmitz, GM Misa Pap, Raphael Fork und Thorsten Hegener vor einer Ruine ( diesmal nicht die eigenen Stellungen^^) aufgenommen mit freundlicher Unterstützung der Lorscher Dorfjugend. Bei dem Gebäude handelt es sich um die Karolingische Torhalle des Klosters Lorsch


Veröffentlicht am 08.10.2014 von Raphael Fork