Garri Kasparow

Steckbrief

Internationaler Meister: 1979
Großmeister: 1980
Junioren-Weltmiester: 1980
Schachweltmeister von 1985- 2000 (davon von FIDE anerkannt 1985-1993)
Beste Elo: 2851 (1999)

Garri Kasparow wurde am 13.04.1963 in Baku – im heutigen Aserbaidschan – geboren. Mit zehn Jahren kam er in die Schachschule des mehrfachen Schachweltmeisters Michail Botwinnik.

Er entwickelte einen dynamischen und agressiven Schachstil, der ihm den Spitznamen “das Biest von Baku” einbrachte. Vorbilder für sein Spiel sowie die Vorbereitung auf seine Gegner waren die ehemaligen Weltmeister Alexander Aljechin und Michail Botwinnik.

Kasparows Eröffnungswissen überragte die Kenntnisse der damaligen Großmeister und früheren Weltmeister. Oft erreichte er in seinen Partien vorteilhafte Stellungen bereits in der Eröffnungsphase.

Erstmalig spielte Kasparow 1984 um die WM-Krone in Moskau. Gespielt wurde nach dem Modus, wer zuerst sechs Partien gewonnen hatte, wird Weltmeister; Remispartien zählten dabei nicht. Gegner war wie auch ein Jahr später Anatoli Karpow. Beim Stand von 3:5 endete das Match am 15. Februar 1985 nach 48 Partien mit über insgesamt 300 Spielstunden.

Der damalige FIDE-Präsidenten Florencio Campomanes brach den Kampf auf denkwürdige Art und Weise ab; Offizielle Begründung: “Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Spieler”.

In seinem zweiten WM-Kampf 1985 siegte Kasparow gegen seinen Erzrivalen Anatoli Karpow mit 13:11. Damit wurde er mit 22 Jahren damals der jüngste Weltmeister der Schachgeschichte. Garri Kasparow verteidigte seinen WM-Titel dreimal gegen Karpow. 1986 in London und Leningrad mit 12,5 : 11,5. 1987 spielten die beiden Rivalen in Sevilla, Enstand 12:12. Das Ergebnis reichte zur Titelverteidigung.

1990 fand die WM (Verband Professional Chess Association (PCA)) in New York City und Lyon statt. Kasparow gewann mit 12,5:11,5. 1993 gewann er gegen Nigel Short deutlich mit 12,5 : 7,5. 1995 verteidigte er ein weiteres Mal seinen Titel, erneut in New York City, diesmal gegen den Inder Viswanathan Anand, Endstand 10,5 : 7,5.

2000 sponserte die Firma Braingames einen Weltmeisterschaftskampf. Zur Überraschung der gesamten Schachwelt verlor Kasparow seinen WM-Titel gegen Wladimir Kramnik 6,5 : 8,5.

Bis zu seinem Rückzug spielte Kasparow noch diverse Turniere mit grossen Erfolgen. Nach seiner aktiven Karriere (März 2005) trainierte er Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura. Ab 2005 ging Kasparow verstärkt in die Politik (u.a. Gründung der Partei Solidarnost). Sein politisches Engagement ist heute noch ein zentraler Punkt in seinem Leben.

Nachstehend noch 2 Diagramme, die bei der Blitz-WM 1987 in Brüssel auf das Brett kamen: In beiden Partien entschied ein Damenopfer auf g6 !!!


Kasparov, Garry – Larsen, Bent
SWIFT-Chess World Championship Blitz Brussels 1987

24. Dxg6 ! 1-0 (24. … fxg6 25. Se7 ++ Kh8 26. Sg6 Matt).


Kasparov, Garry – Ljubojevic, Ljubomir
SWIFT-Chess World Championship Blitz Brussels 1987

37. Dg6 !! (37. … fxg6 38. Sxg6 Matt, es droht 38. Dxh5 mit Matt) 37. … Lxe5 38. Dh6+ 1-0.


 


Aktualisiert am 22.06.2014 von Martin Schmitz