Matt Inn Dortmund wankt, fällt aber (noch) nicht um

Matt Inn Dortmund 1 – DJK Ewaldi Aplerbeck 1 (4,5 -3,5)

Mit einem denkbar knappen 4,5 – 3,5 Sieg gegen die erste Mannschaft von DJK Ewaldi Aplerbeck 1 endete der 4. Spieltag in der Dortmunder Kreisliga am 09.11.2014 für unseren Schachverein. Wo Licht ist, da ist sicher auch Schatten, aber diesem Spieltag legten sich die Schatten insbesondere auf die ersten drei Bretter, aber der Reihe nach …

Lichtgestalten in diesem Kampf waren Andreas, Erich, Markus, Ulf und auch Nenad auf den ich aber erst zum Schluss komme, denn das Beste soll man sich ja bekanntlich bis zum Schluss aufheben. Die drei Erstgenannten gewannen nämlich Ihre Partien und auch Ulf zeigte eine gute Partieanlage, musste aber letztlich der Erfahrung seines Gegenübers Tribut zollen. Somit war ein Zwischenstand von 3 zu 1 erzielt, was nun bei noch 4 laufenden Partien eine optimale Ausgangslage hätte sein sollen.

Damit war nun die Bühne reif für den Auftritt des Berichterstatters, um in diesem Kampf das Gegenteil von einer Lichtgestalt zu definieren. Armleuchter wäre wohl ein passender Begriff. Nicht an Triaskaidekaphobie leidend, zauberte er im 13. Zug Entsetzen auf die Gesichter seiner Mitstreiter. Das Entsetzen wich völliger Fassungslosigkeit als im 24. Zug in nunmehr noch leicht schlechterer Stellung das Remisangebot des Gegners abgelehnt wurde, um nur 5 Züge später obendrauf einen Bauern einzustellen. Die Niederlage nach 68 Zügen war daher die passende Quittung, die der souverän aufspielende jugendliche Gegner gerne ausstellte.

Das gesamte Elend an Brett 3 war Martin an Brett 2 offenbar nicht verborgen geblieben, denn er manövrierte sich von einer gewonnenen  in eine leicht bessere Stellung. Auch hier lehnte er die Remisangebote seines Gegners ab. Vielleicht dachte er, dass es schlimmer als am Nebenbrett ja nun nicht mehr kommen könne. Dies war jedoch leider ein Irrtum.

Damit stand es nun nur noch 3 zu 3 und eine Sensation bahnte sich an, denn an Brett 1 sollte ein Remis drin sein (außer das schlechte Spiel von Brett 2 und 3 wäre ansteckend gewesen) und Nenad besaß im Turmendspiel gleich 2 Mehrbauern. Wer das Turmendspiel kennt weiß allerdings, dass dies wie ein Gewässer ist in dem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann.

Während an Brett 1 dann die Friedenspfeife geraucht wurde, konnte Nenad tatsächlich gewinnen und wurde so zum Matchwinner für Matt Inn Dortmund.

Der finale Endstand von 4,5 zu 3,5 zeigt, dass man immer auf der Hut sein muss oder um es mit Arthur Conan Doyle zu sagen : “In zehn Mordfällen gibt es nicht so viele Geheimnisse wie in einer Partie Schach”


Veröffentlicht am 15.12.2014 von Raphael Fork