Crashkurs: Schachnotation

Die Schachnotation ist quasi die “Fachsprache” der Schachspieler. Für Nichtschachspieler lässt ein Satz wie z.B.  “die weiße Dame geht nach h5 und wird nach g6 vom schwarzen Bauern angegriffen” allerlei Interpretationsspielraum offen, während für den der Schachnotation kundigen Schachspieler die Sache sofort klar ist. Wir wollen uns im Folgenden durch neun Fragen und Antworten dem Thema Schachnotation nähern:

1.) Wozu braucht man denn die Schachnotation ?

Kenntnisse der Schachnotation ermöglichen es nicht nur, eigene Schachpartien aufzuzeichnen und später bei Bedarf nachzuspielen, die Schachnotation ist auch unabdingbare Voraussetzung für das Turnierschach, da Partien ab einer Bedenkzeit von 60 Minuten pro Spieler regelmäßig aufgezeichnet werden.  Zudem können auch Partiebeispiele aus Schachbüchern direkt auf dem heimischen Schachbrett nachvollzogen werden, da in den Schachbüchern regelmäßig die hier erläuterte Form der sog. algebraischen Schachnotation verwendet wird.

 

2.) Ist das Notieren der Züge genauso schwer wie das Schachspiel selbst ?

Nein.

Es verhält sich vielmehr genau umgekehrt: das Schachspiel ist durchaus schwierig, die Schachnotation hingegen leicht.

Wer mit den Grundzügen des Schachspiels vertraut ist, sollte keine Schwierigkeiten haben, die Schachnotation zu erlernen und anzuwenden.

Denn dann kennt er zum einen die Schachfiguren König, Dame Läufer, Springer, Turm und Bauern. Zudem weiß er auch, dass das Schachspiel auf einem brett mit 64 quadratischen Feldern gespielt wird.

Jedes der 64 Felder auf dem Schachbrett durch die Koordinaten ( a bis h für die Linien, 1 bis 8 für die Reihen) eindeutig bestimmbar ist. Damit seid Ihr bereits perfekt ausgerüstet.

 

Wenn man diesen Zusammenhang verstanden hat ist die Schach(kurz)notation eigentlich nichts mehr als die Angabe von Figur + Zielfeld auf dem Brett.

 

3.) Schreibe ich nur meine eigenen Züge auf ?

 Nein.

Es werden sowohl die weißen als auch die schwarzen Züge aufgeschrieben.

Dazu erhält man sog. Partieformulare auf denen die notwendigen Eintragungen vorgenommen werden.

 

 4.) Wie funktioniert das denn nun genau mit dem Aufschreiben der Züge ?

Um einen Zug aufzuschreiben, könnte man z.B schreiben:

“Der weiße Bauer zieht von dem Feld e2 auf das Feld e4. Der schwarze Springer zieht von dem Feld g8 auf das Feld f6.”

Damit hättet Ihr die sog. Aljechin-Verteidigung auf dem Brett, aber ein Schreibkrampf wäre vorprogrammiert, wenn man derart langatmig die Züge notieren müsste.

Muss man aber nicht, denn es geht viel kürzer, indem man sich auf das Wesentliche beschränkt. Dann sähe unser obriger Satz wie folgt aus:

Der weiße Bauer zieht von dem Feld e2 auf das Feld e4. Der schwarze Springer zieht von dem Feld g8 auf das Feld f6.”.

Es gibt nämlich die Kurz- und die Langnotation, wonach unsere oben genannten Anfangszüge wie folgt aussehen:

1. e4 Sf6 (Kurznotation)

oder

1. e2-e4 Sg8-f6 (Langnotation)

 

5.) Kurznotation ? Langnotation ? Richtet sich das nach der Körpergröße ?

 Nein, es sind zwei Möglichkeiten die Züge zu notieren. Ich persönlich bevorzuge die Kurznotation.

Bei der Kurznotation schreibt Ihr nur das Zielfeld Eures Zuges auf, während Ihr bei der Langnotation Start- und Zielfeld aufschreibt.

 

6.)  Es gibt ja Schachregeln, gibt es auch Regeln für die Schachnotation ?

Dabei gib es 2 grundlegende Regeln, nämlich …

 

A ) Was wird überhaupt aufgeschrieben ?

 

Zuerst kommt der Anfangsbuchstabe der Figur, dann die Linie ( a-h) und dann die Reihe ( 1-8).

 

 

Das bedeutet also:

König = K

Dame = D

Läufer = L

Springer = S

Turm = T

Bauer = kein Buchstabe, nur Linie +Reihe

 

Hinzu kommen dann noch die Zeichen:

+ (für Schach)

# (für Matt)

x oder : (wenn etwas auf dem Brett geschlagen wird)

0-0 (kurze Rochade) oder 0-0-0 (lange Rochade)

 

 

B) “Doppeldeutige Züge”: was ist das denn

 

Bei der Kurznotation muss man immer dann aufpassen, wenn 2 Figuren oder Bauern auf dasselbe Feld ziehen können. In diesem Fall sollte man sicherheitshalber für diesen einen Zug die Langnotation verwenden, damit man später beim Nachspielen der Partie auch genau weiß, welche konkrete Figur auf das Feld gezogen ist. Wenn man später sicherer ist ersetzt man die Langnotation durch die Angabe wo die Figur genau herkommt. Dies kann je nach Situation auf dem Brett entweder Reihe oder Linie sein, sodass nur eine Zahl ( 1-8) oder ein Buchstabe (a – h ) zusätzlich einzufügen ist, ob die “doppeldeutigen Züge” eindeutig auf dem Partieformular zu erfassen.

 

 7.) Ganz interessant, aber kann ich noch mehr erfahren ?

Ich habe euch zu dem Thema folgenden Link herausgesucht, wo Ihr das oben Gesagte noch einmal veranschaulicht mit weiteren Hintergrundinformationen vorfindet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schachnotation

 

8.) Eigentlich ganz einfach, was kann man bei der Schachnotation überhaupt falsch machen ?

 (wird noch erweitert ….)

-) Nichterkennen der doppeldeutigen Züge

 

-) Schlagzüge

 

-) was anderes aufschreiben

 

-) (Halb)Züge vergessen

 

9.) Und wo schreibe ich die Züge überhaupt hin ?

Dazu erhaltet Ihr wie unter Frage 3 schon angedeutet ein Partieformular.

Dies sieht so aus:

 

 

 

Raphael Fork